Erste Erfahrungen zum Vodafone LTE-Surfstick

Erste Erfahrungen zum Vodafone LTE-Surfstick

Eine neue Generation des mobilen Surfens ist erreicht, das sogenannte LTE (Long Term Evolution)-Netz oder auch 4G genannt, ist die Weiterentwicklung des UMTS’ und ermöglicht mit bis zu 300 Mbit/s deutlich höhere Downloadraten. Passend dazu hat Vodafone den LTE-Surfstick auf den Markt gebracht, der bei vorhandenem LTE-Netz die UMTS-Surfsticks im Bezug auf die Surfgeschwindigkeit um Längen schlägt.

LTE – Was ist das?

Long Term Evolution, bzw. 4G ist der neue Mobilfunkstandard und basiert auf dem bisherigen UMTS. Vorgänger des LTE, welches seit 2010 verfügbar ist, waren das sogenannte HSDPA im Jahr 2006, HSDPA / HSUPA 2007 und HSPA+ 2008. LTE hat im Gegensatz zum Konkurrenten WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) den Vorteil der unkomplizierten und kostengünstigen Nachrüstung und macht die zukünftige Nutzung des LTE einfach.
Auch wenn mit UMTS bisher sehr hohe Datenraten möglich sind, wird erwartet, dass der Bedarf an mobilen Internetdiensten steigt und somit eine Weiterentwicklung des Netzes nötig ist. Damit bietet LTE eine schnellere und flexiblere Alternative, da es im Gegensatz zu UMTS verschiedene Bandbreiten unterstützt, sowie Spitzendateraten von 300 Mbit/s im Downlink und 75 Mbit/s im Uplink mit Latenzzeiten unter 5 ms erreicht. Des Weiteren hat LTE eine sehr hohe Flächenabdeckung, was vor allem die Internetnutzung in ländlichen Gebieten verbessert.
Ziel ist, dass die Endgeräte im LTE-Standard permanent mit dem Internet verbunden sein sollen und somit ortsunabhängiger drahtloser Breitband-Internetzugang, Multimedia Messaging Service, Video Chat, High Definition Radio, mobile TV, High Definition TV content, DVB und normales Telefonieren jederzeit möglich ist. Dies wird von Fachleuten auch als „minimal service like voice and data“ bezeichnet.

Das mobile Internet im geschichtlichen Verlauf

Das 4G-Netz in Deutschland

Im Jahr 2010 versteigerte die Bundesnetzagentur Frequenzen in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz für den drahtlosen Netzzugang zur Nutzung von Telekommunikationsdiensten. Die Anbieter Telekom und Vodafone besitzen bereits einige Frequenzen und bieten dementsprechende Tarife zur Nutzung des LTE-Netzes an. Vorrangig soll LTE in Deutschland zunächst in den ländlicheren Bereichen eingesetzt werden, wo noch kein DSL vorhanden ist und den Bewohnern dort das schnelle Surfen im Internet ermöglichen. Insgesamt wird LTE jedoch zukünftig in allen Bereichen Deutschlands verfügbar sein, sodass die nächste Generation des mobilen Surfens erreicht ist.

Die Verfügbarkeit von LTE in Deutschland
Verfügbarkeit LTE Deutschland

Der Vodafone LTE-Surfstick

Vodafone hat als erster deutscher Anbieter den Webstick „Huawei E398 V2 LTE Surfstick-Vodafone K5005“ auf den Markt gebracht, mit dem es möglich ist, mobil das neue LTE-Netz zu nutzen. Der Stick verfügt über eine Downloadrate von bis zu 100 Mbit/s und eine Uploadrate von bis zu 50 Mbit/s und ist damit deutlich schneller als die herkömmlichen UMTS-Surfsticks. Des Weiteren ist der LTE-Stick abwärtskompatibel zu anderen Mobilfunkstandards, wie HSPA+, HSPA, UMTS, EDGE oder GPRS. Das bedeutet auch, dass der Stick bei nicht verfügbarem LTE-Netz, auf andere Netze zurückgreift um die Internetverbindung aufrecht zu erhalten. Flexibilität beweist der Vodafone-LTE-Stick auch im Bezug auf die unterstützen LTE-Bandbreiten. Neben den Frequenzen LTE800 und LTE1800 unterstützt der Stick auch LTE 2600. Des Weiteren hat der LTE-Webstick auch einen externen Antennenanschluss, welcher wichtig für die Verstärkung des jeweiligen Signals ist, sowie eine Speicherkarten-Erweiterung der Mirco-SD bis 32 GB.

Tarifvorschläge für den Vodafone-LTE-Stick

Grundsätzlich sind die Angebote für die LTE-Surfsticks noch relativ teuer. Trotzdem gibt es mittlerweile Aktionsangebote, die im Gegensatz zu den Standard-Tarifen von Vodafone relativ günstig sind. Beispielsweise das vorübergehende Angebot des Anbieters handyflash bietet den Stick für Privatkunden für effektiv 9,99€ und für Geschäftskunden bereits für 3,99€. Jedoch werden die Angebote mit zunehmender Verbreitung des Netzes vermutlich zunehmen und zudem günstiger werden.

Der LTE-Webstick im Test

Um die Angaben zum LTE-Stick auch wirklich bestätigen zu können, haben wir den Vodafone LTE-Stick exklusiv getestet. Die Ergebnisse zu Handhabung, Installation und Netzgeschwindigkeiten sind im Folgenden erläutert.

Die Installation des Vodafone-LTE-Surfsticks

Die Handhabung des LTE-Sticks ist grundsätzlich simpel. In unserem Paket enthalten ist der Surfstick, eine Bedienungsanleitung, Sicherheitshinweise und ein USB-Verlängerungskabel, sowie die passende SIM-Karte mit PIN. Nachdem wir die SIM-Karte in den Stick eingelegt und diesen an den USB-Anschluss des Laptops oder Netbooks angeschlossen haben, öffnet sich automatisch ein Fenster von Vodafone. Dort wird das Installationsprogramm angezeigt, das bereits auf dem Stick enthalten ist und in den Anwendungsordner verschoben werden muss. Dann startet die Installation der Software von allein und bearbeitet die einzelnen Schritte der Installation. Die einzelnen Teile des Einrichtens können wir jedoch auch detailliert in der Bedienungsanleitung nachlesen.

Mit dem Vodafone-LTE-Webstick die Verbindung zum Internet herstellen

Nach der Installation der Software an sich, öffnet sich bei uns ein neues Fenster, in dem es möglich ist, die Verbindung zum Internet herzustellen. Dabei haben wir die Wahl zwischen einer Websession oder einer Mobile-Verbindung. Die Websession ist mit dem Modell einer Prepaid-Option zu vergleichen, bei dem ein bestimmtes Datenvolumen vorhanden ist, welches aufgebraucht und wieder aufgeladen werden kann. Die Mobile-Verbindung bietet konstantes Internet ohne Begrenzung, wird jedoch am Ende des Monats mit einer Rechnung abgebucht. Nach Festlegung der Verbindung sucht der LTE-Stick automatisch die Verbindung zum bestmöglichen Netz. Sofern der Stick keine Verbindung zum neuen LTE-Netz herstellen kann, da dieses in Deutschland noch nicht sehr stark verbreitet ist, greift der Stick auf die bestmögliche alternative Verbindung zurück, wie beispielsweise UMTS oder HSDPA.

Die Surfgeschwindigkeiten von UMTS und LTE

Je nach verfügbarer Verbindung, wählt sich der Stick entweder in das UMTS-, UMTS BB-, HSDPA- oder LTE-Netz ein.
Auf der Zugstrecke von Leverkusen nach Dortmund über Düsseldorf, Duisburg, Essen und Bochum testen wir die Verbindung des LTE-Surfsticks zum Internet. Obwohl wir sowohl zentrale Städte mit einer hohen Bevölkerungsdichte, als auch ländliche Gebiete passieren, erhalten wir nur eine Verbindung zum UMTS- und HSDPA-Netz. Zwar ist laut Vodafone nur ein Outdoor-LTE-Netz verfügbar, im Test war diesen jedoch nicht vorhanden. Die Surfgeschwindigkeit im normalen UMTS-Netz ist allerdings konstant gut und für das Surfen im Internet und das Verwenden von Instant Messangers mehr als ausreichend. Besonders die Verbindung zum Internet erfolgt schnell und bleibt stabil erhalten. Normales Surfen im Internet oder das Abrufen von Emails und Arbeiten sind unterwegs also problemlos möglich. Internettelefonie oder die Nutzung der Videotelefonie von Skype hingegen gestaltet sich eher schwierig, da es zu starken Verzögerungen oder Störungen der Verbindung kommt.
Auch das UMTS BB- und das HSDPA-Netz bieten eine stabile Verbindung und ermöglichen alle Funktionen, die auch bei UMTS verfügbar sind. Das HSDPA-Netz bietet als Vorgänger des LTE-Netz’ eine konstantere und schnellere Verbindung als UMTS.

Vodafone LTE Surfstick Test Leverkusen

Lte Vodafone in Leverkusen Rheindorf

LTE-Vodafone Karte Leverkusen-Rheindorf

Um das 4G-Netz konkret testen zu können, fahren wir nach Leverkusen Rheindorf. Rheindorf ist das nächste Ziel in der Gegend mit LTE. Wir erhoffen uns von dem kleinen Betriebsausflug bei gutem Wetter erste Erlebnisse mit LTE. In Rheindorf angekommen müssen wir leider feststellen, dass wir nicht bis in den Bereich mit Indoor LTE nicht fahren konnten (das Gebiet ist ein großes Klärwerk).  Wir haben uns dann auf den Parkplatz vor dem Klärwerk in Leverkusen gestellt, hier sollten wir eigentlich Outdoor LTE haben, und den LTE-Surfstick getestet. Mit dem Laptop testen wir die Verfügbarkeit aus dem Auto heraus und in freier Umgebung. Trotz der Angabe von Vodafone, erhalten wir in diesem Bereich nur eine HSUPA-Verbindung. Die ist zwar schnell und zuverlässig, entspricht jedoch nicht den Angaben des Anbieters. Ein Test der 4G-Verbindung ist also aufgrund nicht vorhandenen Netzes nicht möglich.

Fazit zum 4G-Netz und Vodafone-Surfstick

Der Webstick von Vodafone an sich ist von der Handhabung, Installation und Nutzung her sehr komfortabel. Die beiliegende Beschreibung enthält alle wichtigen Informationen und vereinfacht die Nutzung. Auch die Surfgeschwindigkeiten im UMTS- und HSDPA-Netz sind sehr gut und ermöglichen ungestörtes Arbeiten und Surfen. Im Bezug auf die LTE-Verbindung hingegen weist der Surfstick noch einige Mängel auf. Die Herstellung einer Verbindung zum 4G-Netz war in unserem Test nicht möglich, obwohl wir uns in einem von Vodafone dafür gekennzeichneten Gebiet befanden. Somit konnten wir die versprochenen Vorteile der LTE-Verbindung nicht nutzen. Von den Erwartungen her, wird LTE allerdings, wenn es denn verfügbar ist, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum UMTS-Netz bringen. Verlassen kann man sich aber auf die Verfügbarkeit des Netzes noch nicht, weshalb man abwarten sollte, bis das Netz an mehr Stellen und großflächiger verfügbar ist, damit sich der Kauf eines solchen Sticks lohnt. Des Weiteren sollte man sich nicht auf die Angeben de Anbieter verlassen, sondern sich auf Test- und Erfahrungsberichte berufen.

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geschrieben am   19. März 2012
in   LTE
about author   Phoenigs

Philipp Hönigs

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Ich schreibe seit 2 Jahren in meine Blog Surfstick-Erfahrungen über aktuelle Themen rund um das Thema Mobiles Internet. Angefangen mit Surfstick-Erfahrungsberichten hat sich der Blog mit Informationen rund um Themengebiete wie mobiles surfen im Ausland, Smartphone Angebote und DLS Informationen erweitert. Alle Interessierten können gerne auch mit mir auf Google+ Kontakt aufnehmen. Aktuell suchen wir auch noch einen weiteren Redakteur für surfstick-erfahrungen.de.