Der O-tel-O Surfstick im Test

Der O-tel-O Surfstick im Test

Als stellvertretender Vodafone-Verantwortlicher will Friedrich Joussen der hauseigenen Zweit-Marke Otelo deutlich Auftrieb verschaffen. Wie Dr. Peter Walz Anfang Mai auf einer Pressekonferenz in der Esprit Arena mit Günther Netzer bekannt gab, wird das Ziehkind des zweitgrößten deutschen Mobilfunkanbieters künftig Hauptsponsor von Fortuna Düsseldorf. Nach der Markenübernahme von Mannesmann Mobilfunk vor mehr als 10 Jahren „soll die Marke mit dem guten Klang jetzt erneut angreifen”, wie es aus internen Kreisen heißt. Das sollte vor allem für die jüngere, preisbewusstere Mobilfunk Generation von Interesse sein, denn mit dem gesteigerten Vorantreiben der kleineren Vodafone-Tochter sind Preiseinbrüche in naher Zukunft absehbar. Den ersten Schritt macht Otelo allerdings erst einmal mit einem neuen Portfolio an Prepaid Optionen, welche Kunden den Einstieg in die mobile Datenwelt ermöglichen sollen. Die Tarife sind laut Internetseite des Anbieters in zeitnah wieder verfügbar.

Unser Fazit für Eilige: Otelos Start in die mobile Datenwelt könnte sich für viele Kunden durchaus lohnen. Gerade der 9 Minuten Tarif für 9 Cent ist zum schnellen abrufen von Emails ideal. Die kleinen und mittleren Tarife siedeln sich auf ähnlichem Niveau anderer Anbieter im Vodafone Netz an. Hier finden Sie alle Details zum otelo Surfstick

Die neue Angebotspallette eignet sich in erster Linie für mobiles Surfern dem Tablet oder via Daten-Stick für Laptop oder Netbook. Mit Prepaid Tarifen ist der Kunde flexibel – er kann bestimmen, wann und wie oft er das Online-Angebot nutzen möchte.Der Monatstarif ist aufgrund seines Datenvolumens bedingt auch für den heimischen Dauer-Einsatz geeignet. Ob und in wie fern sich der Markenvorstoß für den mobilen Kunden auszahlt und welche der neuen Datenoptionen sich tatsächlich lohnen, soll dieser Artikel näher beleuchten.

Otelos neue Datenoptionen

Zunächst schließen die neuen Angebote Instant Messaging, Peer to Peer Verbindungen oder VoiP grundsätzlich aus, wobei Dienste wie Skype oder der Microsoft Live Messenger sowie die Nutzung von P2P Netzwerken (Filesharing) und Internettelefonie auf der Strecke bleiben. Deutlich vorteilhafter gestaltet sich die Netz-Wahl: Das Vodafone D-Netz ist mit der besten Netzabdeckung deutschlandweit Garant für überwiegend verlässliche Empfangsmöglichkeiten auch außerhalb der Ballungsgebiete. Die Geschwindigkeit liegt in jedem Tarif bei 3,6Mbit/s, was in etwa einer 4000er DSL Datenleitung gleicht. Andere Discounter bieten zumeist das Doppelte an Surf-Geschwindigkeit. Bei der Preisgestaltung hat sich, der für Otelo zuständige Vodafone Manager, Peter Waltz ein etwas in die Irre führendes Konzept einfallen lassen: So könnte die Devise für die Otelo Surf-Optionen auch “Alle Neune” lauten, denn die Nummer Neun taucht in der Angebotspalette des Discount Anbieters ausgesprochen häufig auf. Ob es sich nun um reine Marketingstrategie oder tatsächlich um preiswerte Tarife handelt, klären die folgenden Absätze in denen jeder der Tarife auf Herz und Nieren überprüft und mit Preisen konkurrierender Discountern verglichen wird.

Preisübersicht und Inklusiv-Leistungen der kommenden Otelo Datentarife:

1. Dauer: 9 Minuten | Preis | 19 Cent | Inklusivvolumen 500MB

2. Dauer 99 Minuten Preis 1,99 € | Inklusivvolumen: 500MB

3. Dauer: 99 Stunden | Preis: 5,99 € | Inklusivvolumen: 1GB)

4. Dauer: 9 Tage | Preis:9,99 € | Inklusivolumen: 1GB

5. Dauer: 30 Tage | Preis 19,99 € | Inklusivvolumen: 5GB

Der einmalige Anschlusspreis beträgt jeweils 29,90 €. Eine Simkarte oder MicroSim sowie ein UMTS-Surfstick sind darin bereits enthalten. Ist das gewählte Surfvolumen einmal überschritten, wird der Datendienst gänzlich eingestellt.

Wie bei vielen Prepaid Angeboten handelt es sich bei den Tarifen um Datenpakete und keine wirklichen Flatrates. Nach dem Verbrauch des gebuchten Datenvolumens ist keine weitere Nutzung mehr möglich. Anders ist dies bei den meisten Vetragsangeboten, hier ist „nur” mit einer Drosselung der jeweiligen UMTS Geschwindigkeit auf das deutlich langsamere GPRS-Niveau zu rechnen.
Dadurch war zumindest für das Versenden von kurzen Nachrichten oder wichtigen Emails noch ausreichend Geschwindigkeits-Spielraum gegeben.
Der Anschlusspreis inklusive Surf-Stick liegt im annehmbaren Bereich. Einige Anbieter verlangen für Beides gar rund das Doppelte.

Surfen zum kleinen Preis: Die beiden Mikro-Tarife

Abbildung des o.tel.o Internet-SticksPositiv sind die Mikro Tarife zu werten, wenn kurzeitig dringend Bedarf besteht. So kann man beispielsweise unterwegs schnell und unkompliziert etwas im Internet recherchieren, wichtige E-Mails abrufen und verschicken oder eine Internet-Seite abspeichern um später Offline weiterzulesen. Die beiden Kleinsten Optionen im Quintett dienen tatsächlich nur für Kunden deren Surfsessions unregelmäßig und dann von sehr kurzer Dauer sind. Mit dem Intervall von 9 Minuten 19 Cent bietet O-tel-O den kürzesten Zeitraum an. Dieser Intervall ist ideal um E-Mails abzurufen oder schnell etwas zu googlen. In den neuen Minuten stehen 500MB zur Verfügung. Diese sind mehr als ausreichend für diesen kurzen Zeitraum. Einen ähnlichen Tarif bietet Vodafone bereits mit einem Prepaid Angebot für 15 Minuten, wobei dieses auf die Minute gerechnet um ca. 1 Cent teurer ist. BILDMobil funkt auch im D-Netz und liegt preislich mit 59 Cent für eine 30 minütige Surfsession mit Otelo gleichauf. Für den kurzen Internet-Sprint lohnt sich der Mikro Tarif von Otello.

Der nächst größere Tarif für 1,99 Euro bieten 99 Minuten mit 500MB Inklusiv-Daten. Damit siedelt sich Otello in diesem Kurzeit-Segment auf gleicher Höhe mit BILDmobil an und ist leicht günstiger als der große Bruder Vodafone. Schaut man sich nun die nächste Flatrate zu 99 Cent genauer an, so stellt sich heraus, dass Bild Mobil und RTL mit 90 Minuten bei gleichem Preis ähnlich gestrickt sind. Hier hat Otelo mit 9 Minuten mehr Surf-Zeit das etwas bessere Angebot, die Konkurrenz ist jedoch mit 7,2 MBit/s schneller. Anbieter wie beispielsweise Blau.DE bieten zwar bereits eine ganze Tagesflat mit doppeltem Speed zum ähnlichen Preis an, senden aber im schwächeren E-Plus Netz, ob bei den Angebotenen 7,2 MBit/s also effektiv mehr ankommt als bei den 3,6 MBit/s von O-Tel-O ist fraglich. Eine Gute Alternative in diesem Segment bietet die Telekom Tochter Congstar.

Die Zwei mittleren Tarife: Tatsächlich die Goldene Mitte?

Die Tarife 99 Stunden zu 5,99 Euro bei 1GB oder 9 Tage zu 9,99 Euro bei 3GB Inklusiv-Daten sind mit anderen Vodafone Partner Tarifen gut zu vergleichen. Um einen guten Vergleich ziehen zu können, sollte man hier auf den Preis pro Stunde herunterrechnen. So bietet BILDmobil stündlich einen Preis von 4,2 Cent für 7 Tage, RTL Surfstick schlägt in dem gleichen Zeitraum mit 5,8 Cent zu buche. Somit siedelt sich Otelo mit 4,6 Cent/Stunde in der Vergleichs-Mitte an. Der Vorteil gegenüber den anderen beiden Discountern erschließt sich bei Otelo im 9 Tages-Angebot bei den hohen 3 GB Inklusiv-Volumen.
Günstigere Angebote finden sich im E-Plus oder o2 Netz. Zum Vergleich sei wieder der Anbieter BigSIM genannt. Dieser hat bereits eine komplette Monats-Flat für 7,95 €, also im Zwischenbereich beider Otelo Preise, bei doppelter Geschwindigkeit anzubieten. Aber auch hier darf nicht vergessen werden, dass das E-Plus in den meisten Gebieten die schlechtes Netzabdeckung vorweist. Ähnlich verhält es sich mit anderen Mobilfunkprovidern deren Optionen bei rund Zehn Euro liegen, einen Monat surfen beinhalten und 1 GB Inklusiv-Volumen zur Verfügung stellen.

Die otelo Monats-Option

Die größte Flatrate unter den Otelo Angeboten verspricht 5GB Datenvolumen für 30 Tage zum Preis von 19,99 – Zur Gegenüberstellung: Es ist natürlich möglich günstiger zu surfen, allerdings nicht im starken D-Netz. Günstigere Angebote beschränken sich zum Ersten auf schwache Netze und zum Zweiten auf weniger Datenvolumen.

Otelo verdoppelt den Preis, bietet im Gegenzug zu günstigen Tarifen jedoch das Fünffache an Gigabyte in D-Netz Qualität und hat damit eine sehr datenintensive Monatsflatrate. Nahezu gleich ziehen unter anderem D-Netz-Mitstreiter RTL Surfstick und BILDmobil mit je 3GB hohen Volumina, aber auch andere Anbieter wie z.B. Congstar im D1 Netz bieten einen ähnlichen Standard. Möchte man auf den gleich hohen Datenumsatz wie Otelo kommen muss man sich meist tiefer in die Tasche greifen kann aber für 3 Monate buchen.
Preislich liegt Otelo beim Volumen unter dem Niveau der meisten Anbieter und wird hier bei gleicher Leistung nur von LIDL Mobile, allerdings im o2 Netz, getoppt.

Auch den Vergleich zu Vertragsanbietern muss Otelo mit dieser Daten-Option nicht scheuen. Bei Vodafone oder der Telekom gibt es in qualitativ gleichwertigen Netzen 1 GB Datenvolumen bei rund 20 Euro monatlich, allerdings im deutlich schnelleren LTE-Netz. 1&1 bietet derzeit einen Tarif auf dem gleichen Stand wie Otelo an, ist als Vertragsanbieter aber nicht so flexibel.

Zu bemängeln wäre bei Otelo Datenflats die Geschwindigkeit von nur 3,6 Mbit/s. Der Entscheidungsfaktor liegt bei diesem Angebot also entweder in Geschwindigkeit oder Volumen. Wer also mehr als zu einem recht günstigen Tarif mehr als nur nur ein paar Mails checken oder Nachrichten versenden möchte, liegt mit dieser Option ohne Vertragsbindung recht gut im Rennen.

Fazit zum o.Tel.o Internet Stick:

Otelos Start in die mobile Datenwelt könnte sich für viele Kunden durchaus lohnen. Gerade der 9 Minuten Tarif für 9 Cent ist zum schnellen abrufen von Emails ideal. Die kleinen und mittleren Tarife siedeln sich auf ähnlichem Niveau anderer Anbieter an. Der Vodafone-Ableger hat bei Wenig-, oder Wochenend-Surfern, sowie bei mobilen Usern die über einen kurzen Zeitraum oder den gesamten Monat viele Daten verbrauchen recht gute Chancen. Der kulante Anschlusspreis und die hohen Daten-Volumina der Kurzzeitangebote sind ähnlich der anderer D-Netzbieter, beinhalten mit höherem Datenvolumen zum guten Preis aber ein kleines Plus. Besonders positiv fällt der verhältnismäßig günstige Monatstarif mit seinem hohen Datenaufkommen auf.

Ein großer Nachteil ist die recht magere aber annehmbare UMTS-Geschwindigkeit von 3,6 Mbit/s sowie die Nicht-Nutzbarkeit von Messenger Diensten. Andere Anbieter im Vodafone Netz oder Telekom Netz bieten zu vergleichbaren Preisen 7,2 MBit/s. Es sei jedoch gesagt, dass Chats natürlich auch Browser basiert z.B. via Sozialen Netzwerken möglich sind. User von Facebook und Co. brauchen also kein Bedenken haben. Wer in relativ kurzem Zeitraum viele Daten umsetzt, zuverlässigen Empfang möchte und keinen Wert auf hohe Bandbreite legt, kann gut und gerne zur Otelo-Sim greifen.

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geschrieben am   13. Juni 2012
in   Surfstick Testberichte
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Philipp Hönigs

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Ich schreibe seit 2 Jahren in meine Blog Surfstick-Erfahrungen über aktuelle Themen rund um das Thema Mobiles Internet. Angefangen mit Surfstick-Erfahrungsberichten hat sich der Blog mit Informationen rund um Themengebiete wie mobiles surfen im Ausland, Smartphone Angebote und DLS Informationen erweitert. Alle Interessierten können gerne auch mit mir auf Google+ Kontakt aufnehmen. Aktuell suchen wir auch noch einen weiteren Redakteur für surfstick-erfahrungen.de.